QCon London 2009 – A brief summary
So, der letzte Tag auf der QCon London ist nun vorbei und es wird Zeit, ein kleines Resumée zu ziehen. Vor dem Hintergrund, dass diese meine erste QCon-Konferenz ist, bin ich im großen und ganzen mit den Sprechern und Themen ganz zufrieden. Es waren vielversprechende Speaker am Start wie z.B. Martin Fowler, Eric Evans, Dan North, Michael Nygard und viele mehr. Man mag annehmen, das solch ein Aufgebot kaum zu toppen ist, aber es geht doch: Joe Armstrong, der “Erfinder” der funktionalen Programmiersprache Erlang und Tony Hoare (ausgezeichnet mit Turing-Award), Erfinder des Quicksort-Algorithmus, waren als Sprecher bei der QCon anwesend.
Null References: The Billion Dollar Mistake
Womit ich eigentlich auch schon bei meiner persönlichen Top-Sessions-Liste angekommen bin. Mit großem Abstand war der Vortrag von Tony Hoare über “Null References: The Billion Dollar Mistake” wohl der beste und beeindruckendste. Es war unglaublich interessant – ja ich würde sagen fesselnd – zuzuhören, wie es dazu kam, dass Tony Hoare bei der Reimplementierung der Programmiersprache Algol das Konzept des Null-Pointers eingeführt hat. Er bezeichnet selbst diese Entscheidung, die er im übrigen in den 60er-Jahren fällen musste – als großen Fehler. In Folge dessen haben nahezu alle höheren Sprachen das Konzept der Null-Referenzen übernommen – bis zum heutigen Tag. Es verfolgt jeden C#-Entwickler tagtäglich, ganz zu schweigen von all den anderen Programmiersprachen wie Java, C++ usw usf. Ich könnte seitenlang darüber berichten, wie unglaublich packend Tony Hoare seine Geschichte erzählte, mit all den Überlegungen, den Zweifeln und dem Druck, dem er damals ausgesetzt war. Sir Tony Hoare, my deepest and honest respects.
Pimp my Architecture
Ein paar Galaxien näher an der Erde und am täglichen Geschehen war “Pimp my Architecture” von Dan North. Er ging humorvoll, jedoch zu gleichen Zeit sehr informativ auf die Aufgaben eines Architekten ein, der sich immer wieder in der Situation vorfindet, bestehende Architekturen ändern und verbessern zu müssen. Dabei beleuchtete er verschiedenste Aspekte: die Technologie, das Design, die Grundarchitektur, die Projektbedingungen, das Entwicklungsteam und die Stakeholder und Sponsoren. In vielen kleinen Geschichten aus dem Alltag zeigte er, welche Möglichkeiten man als Architekt hat, um bestehende Systeme zu verbessern. Ganz besonders hat mir dabei gefallen, dass er auch explizit die Dinge und Situationen angesprochen hat, die man als Architekt kaum oder garnicht beeinflussen kann bzw. sollte.
Concurrent Programming with Microsoft F#
F# (F-Sharp) – das in Zukunft neue Mitglied der .NET-Sprachfamilie, ist schon lange vor dem Vortrag von Amanda Laucher in meiner Interessensliste gewesen. Umso erfeulicher war es für mich, in ihrem Vortrag “Hands-On-Experience” mitzunehmen. Amanda entwicklet seit geraumer Zeit eine “Real-World-Application” in F# für ein großes Versicherungsunternehmen und gab die Erfahrungen und Möglichkeiten, die sie in diesem Zuge mit der Programmiersprache gemacht hat unverblümt in ihrem Vortrag wieder. Ich muss sagen, nach dem Vortrag wurde ich in meiner eigenen Auffasung bestätigt, dass F# nicht nur ein weiteres exotisches Akademikerwerzeug ist, sondern eine echte Bereicherung für die Entwicklung mit dem .NET Framework darstellen kann. Natürlich ist es ein Umdenken in vielerlei Hinsicht – der funktionale Ansatz, die Syntax, das Prinzip der unveränderlichen Variablen. Aber es ist ein mächtiges Werkzeug, dass man (auf Grund des unstreitbar genialen Designs der .NET-Sprachen mit CLR und CTS) wunderbar in Verbindung mit C#-Projekten einsetzen kann. Ich persönlich denke nicht, dass man komplette Anwendungen in F# schreiben wird (obwohl das durchaus möglich wäre). Vielmehr macht F# für bestimmte Szenarien Sinn, die eine parallele, hochperformante Ausführung benötigen und in gleichem Maße formale Korrektheit abverlangen.
Neben diesen drei Highlights gab es natürlich noch eine Menge weiterer interessanter Vorträge. Es würde jedoch zu weit führen, wenn ich hier alle Dinge wiedergeben würde. Summa summarum war es eine gute Konferenz – auch mit einigen Schwächen. Dennoch, die interessanten Themen waren deutlich überwiegend. Soweit meine kurze Zusammenfassung zur QCon London 2009.








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